Kleiner Reisebericht – Kunstreise nach Korea in 2009

Lasst Euch überraschen, so Yuna Kim, unsere Reisebegleiterin und Dolmetscherin auf unsere Frage , was uns denn in Korea, dem Land der Morgenstille, erwarten würde. Nach 10stündigem Flug über Russland, Kasachstan, Mongolei und China kamen wir in Südkorea an. Mit einem Kleinbus fuhr uns unser Projektleiter Kim Seang-Soo nach Seoul, einer gigantischen Stadt von 23 Millionen Einwohner, umsäumt vom Gelben Meer und dem Fluss Hangar.
In einer belebten Seitenstraße wurden wir mit Girlanden und einer deutschen Fahne von unseren koreanischen Künstlerfreunden lautstark begrüßt und so fühlten wir uns schon ein wenig heimisch in dieser fremdartigen Atmosphäre. Wir erlebten an diesem Abend ein typisch koreanisches Essen mit unzähligen Schüsselchen voll Gimchi, Sushi, Seetang-blättchen, Sojakäse und u.a. eine kochende Gemüsebrühe, in der Rindfleischscheiben gegart wurden.
Nach dieser fremdartigen, aber durchaus genussvollen Mahlzeit wurden Geschenke verteilt und ich bekam als große Überraschung eine echt koreanische Tracht, die sogar passte. Nun stand noch die rund dreistündige Fahrt nach Gwangju an. Im Hotel Central waren wir untergebracht, das komfortabel mit allem, sogar Internet-Anschluss versehen war.

Gwangju, die Stadt der Menschenrechte und der Kunst, überraschteZeitungsartikel zur Kunstreise nach Südkorea.
Rund 2 Millionen Menschen leben dort, und wir erlebten sicher eine Reizüberflutung. Am nächsten Morgen besuchten wir das Museum Sangrok, in dem unsere Ausstellung sein würde. Große, weite Räume erwarteten uns und wir konnten uns schon vorstellen, wie unsere Kunst dort wirken würde. Große Transparente kündeten von der großen Ausstellung aus Deutschland.
Ein Brief aus Deutschland, so lautet der Titel dieser Ausstellung, die eine Dimension für uns Künstler hat, wie eine Ausstellung z.B. in einem Kunstmuseum in Hamburg. Die Stadt Gwangju trägt die Kosten.
Dem Direktor, der insgesamt drei Museen leitet, machten wir unsere Aufwartung.

Wir wurden zu jeder Mahlzeit eingeladen und erlebten die koreanische Küche in ihrer Vielfältigkeit. Mal aßen wir im Schneidersitz an sehr niedrigen Tischen, mal aßen wir vegetarisch oder erlebten ein Menu, das den ganzen Raum einnahm, natürlich immer im Beisein vieler koreanischer Freunde.
Unsere Dolmetscherin hatte viel zu tun und dank ihrer Hilfe wurde und wird uns der Aufenthalt in Korea leichtgemacht. Neben dem Besuch einer Ausstellung, die das Licht des Himmels zeigte, zu der uns Herr Cheong einlud, erlebten wir ein professionelles Konzert, das Musik aus aller Welt bot.

Heute werden wir die Eröffnung unserer Ausstellung erleben. Unsere Kunst hat schon viel Zuspruch, ja sogar Aufsehen erregt. Viele Studenten und Professoren wollen die Kunst aus Deutschland sehen. Wir sind zu einigen Pressegesprächen geladen und es gab auch schon große Berichte in den Tageszeitungen.
Annegrete Henke-Reinarz hatte einen kleinen koreanischen Jungen gemalt, der bei den Aufständen in Gwangju den Vater verloren hatte. Dieses Foto ging damals um die Welt. Dieser junge Mann Jo kam in das Museum of Art und sie begegneten einander. In Anwesenheit der Presse wurden noch einmal bewegende Szenen und das Schicksal des kleinen Jo vorgestellt. Ein großer Bericht erfolgte.

Die folgenden Tage möchte ich nur kurz anreißen. Zeitungsartikel zur Kunstreise nach SüdkoreaNach einer wunderbaren Ausstellungseröffnung mit viel Prominenz und Medien, selbst das Fernsehen war da, erlebten wir viele Highlights in Korea. Wir reisten an die Ostküste ins Sorakgebirge, erlebten viele Meetings mit Pressevertretern, Künstlern und Besitzern von Museen.
Wir besuchten mehrere budd. Tempel und schliefen manchmal auf dem nackten Boden. Neben dem vielfältigen,aber fremdartigen Essen sind wir voll in die Kultur Koreas eingetaucht und es bedurfte der rechten Einstellung, um alles auch genießen zu können. Keiner ist krank geworden.
Es war eine Märchenreise und wir sind noch voll der Eindrücke. Unser aller Kunst wurde mit großer Beachtung und Interesse studiert und Gwangju war beeindruckt, wie wir das Thema Menschenrechte künstlerisch umgesetzt haben